Rezension

Invisible Fields

Spyra

2003 CD 8 Tracks 77
★★★★☆ 7.8/10 (9 Stimmen)
Diese Rezension wurde von Wilhelm Lücken verfasst am 1. Februar 2003 und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).
Der Spyra haut einem die CDs um die Ohren, wie der Schulze seine Mehrfach-Boxen. Nicht dass das jemand missversteht, denn Masse kann auch Klasse sein. Im Vergleich zu seinem letzten Solo-Output (Elevator to Heaven) muss man respektvoll anerkennen: die neue Platte ist noch besser! Als Entrance gibt es einen 80er Retro-Synthie-Pop-Schocker, der so manch EM-Traditionalisten aus der stillen Ecke den Wind durch die Ohren bläst... aber mit Schmackes. Ab Track 2 wird jedoch klar: Auf Spyras neuer CD befindet sich die geilste Elektronik-Mucke, die ein echter Freak ein Leben lang gesucht hat. Die typischen polyrhythmischen Soundstrukturen und ungleichen Taktmuster sind noch ausgereifter, die Kreativität überragend und die Klangqualität läßt keine Wünsche offen. Hammermäßig der Tack "Xylo-City Part II", geiler Rhythmus zum Mitklopfen, dann Entwarnung und Übergang zum nächsten Track "Bath" (23 min.). Der könnte die Fangemeinschaft zwar spalten, aber ungewöhnliche Experimente versetzen den einen oder anderen Hörer in eine Nachtwanderung durch Spyras kleinen Garten der Sounds ... der Rest wird weiterzappen.

Bezug (historisch): CUE