Rezension
Innerseed
Drei Jahre später nun legt Dom F. Scab mit "Innerseed" sein erstes Solo-Album vor. Um es kurz zu machen: Eines hat er damit sicherlich bewiesen, nämlich die Tatsache, daß man auch 1998 noch Musik im Stil der alten Berliner Meister machen kann. So erinnern die beiden Opener-Tracks des Albums schon bei den ersten Tönen unvermeindlich an die späten 80er-Jahre-Werke einer Combo um einen gewissen Herrn Froese (man ziehe hierzu beispielsweise die TD-Alben "Melrose" und "Rockoon" zu Rate).
Ab Track 3 morphen wir dann merklich vom TD-Stil weg hin zu den Gefielden des Duos Software. Die weiteren Tracks bewegen sich stets irgendwo zwischen diesen beiden Welten und gipfeln mit Track 8 in einem durchaus hörenswerten aber dafür umso eindeutigeren Software-Plagiat ("Saving Dreams").
Der abschließende Track 9 ("Seed") läßt uns zunächst noch einmal kurz erstaunt aufhorchen, da er mit einem dann doch eigenständigeren, rhythmisch-perkussiven Intro beginnt, kann aber im weiteren Verlauf leider die Erwartung an einen eventuell krönenden Abschluß nicht erfüllen.
Dom F. Scab zeigt sich mit seinem Soloalbum "Innerseed" sicherlich als äußerst gelehriger Schüler seiner offensichtlichen musikalischen Vorbilder. Aber auch das hohe Produktionsniveau des Albums kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß er den "echten" Berliner Schülern nicht das Wasser reichen kann. Den hier präsentierten Werken fehlt es einfach an markanten Melodien oder Hooklines, an neue Ideen und Sounds und vor allem am persönlichen Stil.
Sollten allerdings schon wirklich alle TD- und alle Software-Alben bei Euch im CD-Regal stehen und Ihr leidet an akuten "berliner Entzugserscheinungen", so könnte dieses Album zumindest die Wartezeit bis zur nächsten Veröffentlichung der Originale leichter überbrücken ...
Anspieltips: Track 8 ("Saving Dreams"), Track 9 ("Seed")