Rezension

Drum´n´Space

Drum'n'Space

1998 CD 12 Tracks 53:14
Diese Rezension wurde von Martin Rothhaar verfasst am 29. Dezember 1999 und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).
Hin und wieder ist es ja schon so, daß allein der Name einer CD oder eines Projekts neugierig macht. So ging es mir auch in dem vorliegenden Fall: "Drum´n´Space" - ist da der Name Programm? Und wenn ja: Was für ein Programm mag das sein?
Zugegeben: Ich lag mit meiner Interpretation des Namens zunächst ziemlich daneben. Denn daß es sich bei Drum´n´Space nicht um spacige Drum´n´Bass-Tunes handelt, merkt man schon nach wenigen Takten. Statt der inzwischen fast inflationär eingesetzten, exakt programmierten DnB-Computerrhythmen findet man hier vielmehr für die Elektro-Fraktion relativ seltene Elemente: das sind doch tatsächlich echte Drums! Und die spielt Harald Kümpfel, der Mastermind hinter Drum´n´Space, mehr als perfekt.

"Gut, nur was hat das mit Elektronik zu tun?", werden nun die Hardliner sicher fragen. Und siehe da: Hier kommt wieder der eingangs erwähnte Projektname ins Spiel. Denn die vorzüglich geschlagenen "Drums" mischt Kümpfel mit einer passenden Priese "Space": Synthie-Teppiche, effektbehaftete Gitarren und geschickt bearbeitete Vokalsamples sorgen dafür, daß diese Drums keine Sekunde zu trocken ins Ohr gelangen.
Und wie klingt das Ganze nun? Um es mit einem Wort zu beschreiben: genial! Das ist Elektronik, wie ich sie mir vorstelle. Abwechslungsreich und rhythmisch, und dabei doch harmonisch und spacig. Stellvertretend für das gesamte Album sei an dieser Stelle nur der Titel "Science" (Track #3) genannt: Für meine Begriffe klar einer der absolut besten Elektronik-Tracks der letzten Jahre!

Drum´n´Space ist sicher nichts für den puren EM-Träumer, der sein Gläck z.B. in seichten NewAge-Gewässern sucht. Aber für denjenigen, der auf rhythmische und dynamische Elektronik abseits des normalen Techno-Trance-909-Standards steht, ist diese CD ein absolutes Muß!