Rezension

Lumia Nights

Jonn Serrie

2002 CD 9 Tracks 58:30
★★★★½ 8.8/10 (4 Stimmen)
Diese Rezension wurde von Wilhelm Lücken verfasst am 4. Januar 2003 und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).
Space-Music-Freak und Cessna-Pilot Jonn Serrie aus Atlanta ist mit dem 13. Album ein beachtliches Werk geglückt. Auf "Lumia Nights" präsentiert er einen Mix aus sphärischem, verträumten Chillout und tanzbarem Cool-Jazz. Das Ergebnis liegt irgendwo zwischen zeitgemäßer Spacemusic und futuristischem Astral-Jazz. Ein dichter, schwebender Sound, bei dem jeder Keyboarder mit der Zunge schnalzt. Hier schüttelt Jonn Serrie Melodien aus dem Ärmel, wie der Weihnachtsmann Geschenke. "Lumia Nights" repräsentiert die Summe aus seinen Exkursionen in den "Century Seasons", eine mondäne Gegenwelt, irgendwo in den Weiten des Universums, wo Zeit und Raum ihre Bedeutung verlieren, wo Bilder aus dieser fremden Welt an Mittelerde und den Elben erinnern.

"Lumia Nights" heißt auch der erste Track. Auf breiten Flügeln schwebt der Hörer durch die von Sternen beleuchtete Nacht, in Intervallen auf und ab, im Vordergrund hält ein klassisches Pianospiel immer die Balance.
Für Jonn-Serrie-Kenner ist Track 2 "Lovers in Motion" ungewöhnlich rhythmisch.
"Tidepools" ist phänomenal. Der Bass tanzt auf der Linie. Die Percusions sind wohldosiert. Auf einem atmosphärischem Klangteppich wird eine grandiose Melodie getragen.
"Autumn Leaves" ist die Reinkarnation eines berühmten Jazz-Klassikers aus dem Jahre 1947. Bei Jonn Serrie groovt der Track so brilliant, dass es einem gute Laune macht.
"Strashower" ist ein Muss für gute HiFi-Anlagen in erhöhter Lautstärke, weil dieser Song perfekten Cosmic-Chill bietet, und, man glaubt es kaum, mit KS-typischen Spezial-Effekten versehen ist.
"Evening Shade" bietet ein ruhiges Intermezzo mit Piano und jazzigen Flutes, geeignet für die verregneten Tage.
In "Deep Mystery" entfernen wir uns von der Erde in die Unendlichkeit des Weltraums, eine spannende Reise voller Geheimnisse.
Auf "Lumakai" zeigt Mr. Serrie wieder mal sein breites Klangspektrum, von düsterem Space- bis Native-Indian-Sound.
Mit "From Here to Eternity" endet das Album überraschend einfältig. Ein Track, der die Stille hörbar macht, und Dankbarkeit an die Ewigkeit der Natur zeigt.

Jonn Serrie macht Musik in einer eigenen Liga, Anspruch und Eleganz stehen an oberster Stelle. Wer im Besitz einer Dolby-Surround-Anlage ist, wird ein Fest für die Ohren erleben.