Rezension

Live @ Klangart

Klaus Schulze

2001 2 CDs 8 Tracks 137 min
★★★½☆ 6.8/10 (10 Stimmen)
Diese Rezension wurde von Frank Korf verfasst am 16. September 2001 und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).

Klaus Schulze, Urgestein der Elektronischen Musik, ist mal wieder auf die Bühne gegangen. Das war am 9. Juni diesen Jahres beim Klangart-Festival in Osnabrück. Nun, Live-Auftritte von Klaus Schulze gibt's nicht so wahnsinnig oft und Kenner wissen: Nach einem Konzert läßt eine neue CD meist nicht lange auf sich warten. Dieses Mal sind es sogar zwei CDs geworden, Live @ Klangart 1 und 2 waren bereits gut einen Monat nach dem Konzert zu haben. Die beiden CDs sind getrennt voneinander zu haben - und das ist vielleicht auch ganz gut so.

Beginnen wir mit CD 1: Sie enthält laut Booklet (und auch hörbar) 4 Titel, auch wenn im CD-Player nur zwei angezeigt werden. Die ersten beiden Titel sind leider in einem 42-Minuten-Track auf der CD zusammengeflossen. Die ersten 15 Minuten davon stellt Breeze to Sequence. Man bekommt hier unweigerlich den Eindruck, daß Klaus Schulze sich in die lange Liste derer einreiht, die Klaus Schulze kopieren - ziemlich abgedroschen. Besser schon die nächsten 13 Minuten mit dem entspannten, von einem ruhigen Beat untermalten Loop to Groove. Unspektakulär auch das ebenfalls recht ruhige From Church to Search, das mit ein paar choralen Gesängen garniert ist.
Aufgefüllt wird CD 1 mit dem 27-minütigen Bonus-Track I loop you schwindelig, der nicht Bestandteil des Konzerts war. Nun, der Titel klingt nach 25 Minuten leider immer noch so wie nach den ersten 2 Minuten. Nervig, langweilig, überflüssig.

Vergessen wir CD 1 und wenden uns lieber CD 2 zu. Hier findet der Player immerhin 3 Tracks, die ersten beiden Titel (mit insgesamt fast 44 Minuten) sind aber leider wieder zusammengefaßt. Bei La Fugue Sequenca fidelt Schulze zunächst mit ordentlich Dampf in bekannter Manier, der Titel kommt aber wenigsten gut rüber. Nach 22 Minuten nimmt Schulze sich zunächst im Wesentlichen bis auf ein paar ruhige Flächen zurück, es tritt auf Wolfgang Tiepold am Cello. Sehr ruhig, atmosphärisch aber sehr stark. Erst in der Schlußphase nimmt der Caualleria cellisticana Fahrt auf und endet wie La Fugue Sequenca.
Tracks of Desire wird wieder von Wolfang Tiepold am Cello dominiert, ebenfalls ein sehr besinnlicher Titel. Schließlich gibt's dann mit Last move at Osnabrück, bei dem sich der der Mittelteil ziemlich ins Ohr gräbt, nochmal Schulze pur.

Alles in allem ist CD 2 um Längen besser als CD 1 und kann uneingeschränkt empfohlen werden. CD 1 ist mehr was für hartgesottene Fans die schon alle Jubel- und wasweißichwasfür Editions des Meisters im Schrank haben und immer noch nicht genug bekommen können.

Übrigens tut sich Windows mit beiden CDs schwer: Der mitgelieferte CD-Player erkennt sowohl unter Windows 98 als auch unter NT 4.0 nicht alle Titel. Wohl aber der Explorer - mit Programmen wie WinAMP kann man dann auch am PC die kompletten CDs hören.