Rezension

Dimension Universe

Art of Infinity

2004 CD 8 Tracks 55
★★★★½ 9.2/10 (15 Stimmen)
Diese Rezension wurde von Wilhelm Lücken verfasst am 19. April 2004 und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).
"Art Of Infinity" machen da weiter wo Mind Over Matter aufgehört haben. Skeptiker, die glauben, die Latte sei zu hoch angelegt, werden erstaunt sein. Die Musik erzählt spannende, atmosphärische Geschichten aus dem unendlichen Kosmos und ist neben aller Elektronik wie bei MOM "handgemacht". Wer Ethno/Ambient-Musik auf hohem Niveau mag, ist mit dem deutschen Projekt "Art Of Infinity" bestens bedient.

Produziert wurde das Album von Alan-Parsons-Co-Produzent Thorsten Rentsch. Die weibliche Gesangsstimme von Antje Schultz erinnert sehr an Sally Oldfield. Die zurückhaltenden, warmen Synthieflächen mit sparsamen Solo-Einlagen (wie bei Pink Floyd) ziehen einen Faden durch das komplette Album. Das Instrumental-Solo im 14minütigen „Drift upon the Sky“ übernimmt ein sattes, wohltemperiertes Saxophon von Stefan Höllering oder das Piano von Matthias Krauss. Die extravaganten Gitarren-Soli werden von keinem Geringeren als BAP’s Klaus "Major" Heuser geliefert. Zwar taucht "Major" Heuser nur als Gastmusiker auf, dennoch sind seine starken Licks unverkennbar.

Um den Spannungsbogen zu fördern, erzählt Bandleader und Keyboarder Thorsten Sudler-Mainz in "Spoken Words" die passenden Stories zum jeweiligen Track. Leider haben (aus meiner persönlichen Sicht) Sound und Story etwas ihr Thema verfehlt. Ein Space-Music-Album, wie es schon das Cover andeutet, ist es höchstens in den düsteren Momenten. Überwiegend "irdische" Assoziationen (von Wüstentrip bis Dschungel-Safari) verbinde ich mit diesen Sounds. Dennoch ist ein bemerkenswertes Album entstanden, das aus traditionellen Quellen schöpft und niemals den Trend der Zeit aus den Augen verliert. Der verwöhnte Hörer wird sein Vergnügen haben an dieser facettenreichen Musik.