Rezension
Remember the Great Adventure
Eine jaulende Männerstimme, die wie Wolfsgeheul den Opener einleitet hat schon was ... und wenn diese männliche Stimme auch noch singen
kann, sollte der geneigte Hörer spätestens jetzt zum Booklet greifen um voller Erstaunen festzustellen, dass der Gastsänger kein
Geringerer, als Deutschlands wohl bekanntester Pop-Vokalist Herbert Grönemeyer, ist.
Damit nicht genug. Im zweiten Track "He said" glänzt die sanfte, fast zerbrechliche Stimme der englischen Sängerin Sophie Williams wie
ein Juwel in der Sonne. Von nun an wird klar, dass es sich um ein gefühlvolles Album handelt mit eingänglichen Melodien und der Rother-
typischen Reduzierung auf das Wesentliche. Genau wie 1973, als er mit seinem Projekt NEU dem unvergesslichen "Hallogallo" seinen Geist
einhauchte.
Knapp 30 Jahre später wagt sich der Elektronik-Pionier an Vocal-Tracks mit Chart-Charakter. Höhepunkt der Gesangseinlagen ist zweifellos
das Duett mit Grönemeyer/Williams im emotions-triefenden Song "Morning After". Viel seltener als in den früheren Alben lässt Michael
Rother auf "Remember, the Great Adventure" seinen Hang zu experimentellen, schrägen Gitarrensounds ausleben, doch sie wirken absolut
deplaziert in diesem überwiegend stimmigen Werk.